1307

Und in uns ist die Kraft des Obersten und des Untersten.

Als am 14. September 1307 durch den französischen König Philipp IV., der Schöne, Haftbefehl gegen alle Templer erlassen wurde, begann der unaufhaltsame Niedergang einer der glorreichsten und einflussreichten christlich-politischen Institutionen – etwa 15.000 Ordensmitglieder verwalteten bis dahin um die 9.000 über ganz Europa verstreute Besitzungen.

1312

Am 22. März 1312 löste Papst Clemens V. auf dem Konzil von Vienne den Orden schließlich auf. Nachdem es diesen nicht mehr gab, war auch kein Prozess mehr möglich; es blieb bei dem Ermittlungsverfahren. Was der französische Monarch an Gütern und Reichtümern übriggelassen hatte, ging an die Johanniter.

1314

Am 18. März 1314 wurde der letzte Großmeister des Templerordens, Jacques de Molay, zusammen mit Geoffroy de Charnay in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Man hatte Jacques de Molay zunächst zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt. Da er nochmals widerrufen und erneut alle Beschuldigungen gegen den Orden zurückgewiesen hatte, wurde er als „relapsus“ (rückfälliger Ketzer) nach damals geltendem Recht verbrannt.

Doch zahlreiche Templer lebten weiter – und viele konnten die Machenschaften der Mächtigen nicht auf sich beruhen lassen. Sie trafen sich, organisierten sich zusehends und gründeten am 13. September 1314 in Prag unseren Orden der Sonnentempler.

Um nie wieder von Regenten weltlicher oder religiöser Art angegriffen werden zu können, wurden wir zu einem Geheimbund, der auf die verborgenen Schätze des Templerordens zurückgriff und von daher rasch im Untergrund gedeihen konnte. Um weltweit agieren zu können, schworen wir den Göttern ab und breiteten uns damit nach und nach in alle Kulturräume aus.

Entdeckungen

Das Zeitalter der Entdecker wurde von dem Wissen unseres Ordens vorangetrieben und gespeist. Unzählige Expeditionen vom 15. bis ins 18. Jahrhundert hinein wurden mit unseren Mitteln finanziert. So war beispielsweise der deutsche Kartograf Gerhard Mercator (1512–1594) ein Kaplan unserer Gemeinschaft und auch der italienische Seefahrer Christoph Kolumbus, der 1492 Amerika entdeckte, war ein Bruder der Sonnentempler.

Erfindungen

Seit dem 14. Jahrhundert haben die Sonnentempler dem Menschengeschlecht auf vielfache Weise gedient. Ein unvorstellbare Zahl von Erfindungen entstand in unseren Laboren und Instituten. Der Buchdruck Johann Gutenbergs basiert auf unseren Ideen. Die Pendeluhr Galileo Galileis war ein Produkt der Sonnentempler und selbst unser Servient Thomas Newcomen konnte 1712 mit unseren Geldern eine erste nutzbare Dampfmaschine konstruieren.

Reformation

Es waren auch die Großmeister des 16. Jahrhunderts, die die Reformation anstießen. Damals hatte der Ältestenrat zwar völlig andere Motive, doch die Spaltung des westlichen Christentums war ein wichtiger Schritt hin zur Destabilisierung und Entmachtung der Religion überhaupt.

Dreißigjähriger Krieg

Als direkte Folge der Reformation folgte schließlich 1618 bis 1648 der Dreißigjähriger Krieg, der Europa schwer im Griff hatte. Er gab uns jedoch die Möglichkeit uns rasant auszubreiten und in zahlreiche bis dato unerschlossene Bereiche der Gesellschaft vorzudringen.

Aufklärung

Nach dem religiösen Vakuum in Europa setzten wir eine Reihe von Philosophen ein, um neues Wissen zu verbreiten und salonfähig zu machen. Jean-Jacques Rousseau war einer der Erleuchteten, damals Les Lumières, und trieb die Neudefinition der Gesellschaft voran. Es folgten Denker wie Gotthold Ephraim Lessing, die das Wissen von Thomas Hobbes, John Locke und Voltaire neu ordneten. Eines unserer größten Ziele war erreicht. Die Monarchie wurde zerschlagen und eine neue Zivilisation stand aus den Trümmern jener Tage auf. Ein Prozess, der 1789 in der Französischen Revolution und bereits 1776 in der Unabhängigkeitserklärung der USA mündete.